Montag, 1. Dezember 2014

Back on the road - Wir ziehen weiter Richtung Norden



Am letzten Mittwoch hat Viktor Martin und mich in New Plymouth abgesetzt, die dichtest wirkliche Stadt, in der er seinen wöchentlichen Großeinkauf erledigt. Von da an waren wir wieder auf uns allein gestellt, was bedeutete: Lebensmittelshopping! Die Grundausstattung besteht bei mir aus Toast, Marmelade , Käse, ein bisschen Obst und natürlich Nudeln oder Reis in irgendeiner Form. Alles andere ist dann schon irgendwie Luxus. Da wir die Woche zuvor bereits in New Plymouth waren, konnten wir idealer Weise direkt auf den billigsten Supermarkt zu steuern, der aber immer noch ziemlich teuer ist.

Mit Essen versorgt ging es ab ins Hostel einchecken. Danach bin ich noch den westlichen Coast Walk entlang spaziert und habe unter anderem dieses entzückende Foto vom Mount Taranaki, dem Wahrzeichen der Region machen können:


Coast Walk

Am nächsten Tag ging es früh morgens mit unserem schon vollkommen munteren Fahrer Rob per Shuttlebus zum Mt. Taranaki in den Egmont National Park. Der Mt. Taranaki ist ein 2518 m hoher Vulkankegel. Der letzte Ausbruch erfolgte 1775. Rob meinte, dass die meisten Experten damit rechnen, dass es in den nächsten Jahrzehnten wieder zu einem Ausbruch kommen wird. Nun ja, das geschah zum Glück nicht als wir da waren ;) 

Natürlich gibt es auch zu dieser beeindruckenden Naturerscheinung eine Maorilegende, die ich euch nicht vorenthalten möchte! Taranaki gehörte ursprünglich zu einem Stamm von Vulkanen im Zentrum der Nordinsel. Er wurde von dort vertrieben, weil er eine Affäre mit Pihanga hatte, dem Vulkan am Lake Taupo, welche die Geliebte des Mt. Tongariro war. Daraufhin musste er nach Süden fliehen, ob aus Schande oder um des lieben Frieden willens weiß man nicht so genau. Auf seiner Flucht hinterließ er eine tiefe Narbe in der Erde durch die jetzt der Whanganui River fließt. Noch heute versteckt Taranaki meist sein Gesicht hinter Wolken aus denen seine Tränen fließen.

Ganz genau so zeigte sich Taranaki auch uns, als wir den Pouakai Crossing Track gewandert sind. 

So sollte es aussehen
So sah es bei uns aus
Einen kurzen Blick konnten wir dennoch noch auf Taranaki werfen


Den Gipfel haben wir zwar nicht erklommen, aber trotzdem waren wir 7 Stunden unterwegs und haben ca. 18 km zurückgelegt! Bergauf und am Taranaki entlang, runter ins Valley und dann länger als eine Stunde nur Treppen aufwärts steigen. Das war meine ganz persönliche Hölle! Aber das Beste kam erst zum Schluss: mehr als 2 Stunden nur Treppen hinunter steigen! Aber um ehrlich zu sein, nach 5 Stunden auf und ab, klettern und durch Wasser und Matsch wandern, hatte ich eh kein Gefühl mehr in den Beinen und der Punkt, an dem man Schmerzen fühlt, war bei mir auch schon überschritten.

Trotzdem wir zwar nicht wirklich viel gesehen haben, war es dennoch (körperlich) eine krasse Erfahrung. Zudem hat uns Marike (Holland), die wir im Shuttle getroffen haben, auf unserem Track begleitet. Wieder ein netter Mensch, denn wir hier kennen lernen durften. Alles in allem würde ich es wieder tun, obwohl ich den Muskelkater noch heute spüre.









Am nächsten Tag haben wir uns dann aufgemacht nach Otorohanga, einer kleinen Stadt, die eigentlich nur aus einer Staße besteht. Dennoch befindet sich dort aber ein McDonalds, Subway etc.. Zu sehen gibt es nicht wirklich viel, außer das Kiwi House. Wie der Name schon verrät, haben wir also das erste Mal hier in Neuseeland Kiwivögel live und in Farbe bestaunen können! Möglich ist dies durch ein Nachtgehege (Kiwis sind nachtaktive Tiere). Wir haben uns für diese Variante entschieden, weil die Chance einen Kiwi in freier Wildbahn zu sehen wirklich gering ist. Selbst Viktor, der seit Jahren im Busch unterwegs ist, hat wild noch nie einen gesehen und hat uns empfohlen nach Otorohanga zufahren. Unerwarteter Weise sind diese Tierche ziemlich groß, sie können bis zu 50 cm erreichen! Und für die Allgemeinbildung: Kiwis können nicht fliegen und haben keine Flügel, dennoch sind sie Vögel ;)

Kiwis sind zwar groß, der Maßstab wurde hier aber übertrieben
Die Wand zeigt typische Dinge für bzw. Dinge aus Neuseeland

Jetzt befinden wir uns gerade in Hamilton. Es ist nicht wirklich groß und auch nicht klein und dient primär als Verkehrsknotenpunkt. Auf dem Programm standen hier das Museum, um ein bisschen Geschichtswissen anzuhäufen, sowie die Hamilton Gardens, die wirklich sehr schön sind. Ach, und hier fand auch noch am Wochenende ein Wasserski-Rennen statt. Als Fazit lässt sich zu Hamilton sagen: Kann man mal machen, muss man aber nicht.


Tropischer Garten
Italienischer Garten

Riff Raff alias Richard O'Brain, der in Hamilton lebte
und Autor der Rocky Horror Picture Show ist

Schön war zudem unser Treffen mit Daniel, den wir noch aus Auckland kennen. Er ist schon 3 Woche hier und gerade auf Jobsuche. Tja, das steht bei mir dann auch demnächst mal an, aber zuerst geht es nach Raglan surfen lernen. *Yeah*

Ein bisschen Weihnachtsstimmung herrscht hier auch schon bei Frühlingstemperaturen.


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