Montag, 22. Dezember 2014

Coromandel Roadtrip







Einige Tage sind vergangen, seitdem ich von Raglan nach Tauranga gefahren bin, um mich auf Arbeitssuche zu begeben. Wie so oft in letzter Zeit, hat auch dieser Plan sich geändert und ich war spontan mit Theresa (München) in Coromandel unterwegs =)

Meine Fahrt nach Tauranga begann eigentlich richtig gut. In Hamilton angekommen, war ich etwas irritiert, weil ein Bus nach Tauranga dort stand, laut Ticketzeit aber nicht mein Bus war. Da kam auch gleich der Busfahrer auf mich zu und fragte wo ich hin muss usw. Am Ende konnte ich einfach seinen Bus nehmen, was mir 4 Stunden Wartezeit ersparte. In Tauranga wurde ich dann vom Busfahrer persönlich zur lokalen Bushaltestelle nach Mount Maunganui, meinem eigentlichen Ziel, gebracht. Das war dann schon wieder ein bisschen putzig.

Trotz dieser Freundlichkeit überkam mich beim Aussteigen das Gefühl: Tauranga ist nicht meine Stadt! Es war einfach zu sehr Industriestadt für mich und Mount Maunganui wiederum eher wie ein typischer Touri-Ort auf Mallorca oder Ähnliches. Auch mein Hostel war nicht wirklich schön.
Witzig ist auch, dass Tauranga/Mount Maunganui als eine mega Surfstadt bekannt ist und das Thema Surfen die Bars und Shops dominiert. Ich habe dort nicht einen Surfer am Strand gesehen und mir wurde erzählt, dass es nur ganz selten gute Wellen gibt. Super Surfstadt also!?

Aber ich möchte hier nicht zu negativ werden, denn ich glaube ich war einfach noch von Raglan verwöhnt! Zudem habe ich an meinem zweiten Tag den Mount Maunganui selbst "erklommen" und den Ausblick sehr genossen!

Mount Maunganui


Das Beste war aber, dass ich Theresa im Hostel getroffen habe und mit ihr nach Coromandel weitergefahren bin. Meine Arbeitssuche beschränkte sich dann letztlich auf einen verteilten Lebenslauf. Naja, dass werde ich demnächst nochmal besser versuchen.

Mit Theresas Auto ging es dann die Ostküste von Coromandel hinauf mit kurzen Stops u.a. am Minden Lookout, der einen Blick über die Bay of Plenty bietet und in Waihi, wo es eine Goldmine zu bestaunen gab. In der Region Coromandel hat der Abbau von Gold eine lange Tradition und wird bis heute betrieben, daher ist uns dieses Thema noch öfter auf unserem Trip begegnet.

Minden Lookout

Goldmine






Theresa und ich in unserem "Pool"
Unser eigentliches Ziel am ersten Tag war allerdings der Hot Water Beach, an dem dann auch wir (neben 100 anderen Menschen) ein Loch gegraben haben, um im heißen Thermalwasser zu sitzen =)
Am nächsten Tag sind wir sogar um 6 Uhr morgens aufgestanden, um den Sonnenaufgang zu genießen. Zum Loch graben, wie es geplant war, sind wir zuspät gewesen, da die Flut ab 6 Uhr einsetzt. Als wir am Strand ankamen saßen da aber schon 10 andere, die genau den gleichen Einfall hatten und verrückt genug waren noch früher aufzustehen!



Danach stand die Cathedral Cove auf unserem Plan. Hierbei handelt es sich um einen riesigen Fels, der einen Torbogen bildet und von Innen wie das Dach einer Kathedrale ausgehöhlt ist. Das ganze befindet sich natürlich an einem wunderschönen Strand ;)



Weiter ging es dann nach Whitianga um uns für den geplanten Coromandel Coastal Walk mit Vorräten einzudecken. Für den Walk mussten wir bis zur Fletcher Bay ganz im Norden von Coromandel fahren. Unterwegs haben wir noch Oswald (Franzose) mitgenommen, der eigentlich nur nach Coromandel Town wollte, dann aber einfach mitgekommen ist. 
Unsere Unterkunft im Norden war ein DOC Campingplatz, der lediglich kalte Duschen und Plumpsklos besaß. Geschlafen wurde in Theresas Auto, was wir weitere 7 Nächte durchgezogen haben und so ganz Backpacker like im Auto lebten. 

Trotz einer sternenklaren Nacht, mit so vielen Sternen, wie ich es noch nie gesehen habe, wurden wir am Morgen vom Nieselregen geweckt, der unsere Sicht auf das Meer verklärte. Der Niesel blieb den Tag über, doch das konnte uns nicht von unserer Wanderung abhalten!





Aufgrund des Wetters haben wir uns aber mit 4 statt 6 Stunden Wandern zufrieden gegeben und auf besseres Wetter am nächsten Tag gehofft um noch einen Walk zu machen. Aber keine Chance, erneut weckte und begleitete uns der Nieselregen. Also beschlossen wir nach Coromandel Town zufahren. Vorher mussten wir uns allerdings noch durch eine Scharfsherde kämpfen, wie das Foto oben zeigt  =)

Coromandel Town war eine ziemliche Enttäuschung: es gab keinen richtigen Supermarkt, keine Libary mit WiFi und im Hostel musste man untypischer Weise bar zahlen. Die Stadt bestand nur aus zwei Straßen und irgendwie war das alles gar nicht so schön, wie man es gelesen und gehört hatte. Da es dort auch nicht wirklich viel zu tun gab, unternahmen wir einen kleinen Ausflug zum New Chum's Beach, ein etwas entlegener Strand der nur durch einen kurzen Walk über Ufersteine und durch den Bush erreicht werden kann.



Am nächsten Tag wollten wir eigentlich nach Thames aufbrechen, ein Unwetter mit strömenden Regen und beängstigenden Windgeschwindigkeiten hielt uns aber davon ab! So mussten wir einen zusätzlichen Tag im Hostel verbringen, wobei wir dort wieder nette Leute kennengelernt haben, sodass es nicht langweilig wurde.

Den Tag darauf konnte uns aber selbst der Regen nicht mehr davon abhalten weiter zu ziehen. Um der Kombination Wind, Regen und Kurven zu entgehen, nahmen wir die Road 309 im Inland. Auf dieser Route lagen auch die kleinen aber feinen Waiau Falls, die wir uns trotz Regen angeschaut haben.

In Thames war erneut Lebensmittelshopping für den geplanten Pinnacles Day Walk angesagt und ab ging es auf den nächsten DOC Campingplatz, dieses mal ohne Wasser. Aber auch dieser Plan ist aufgrund von Regen gescheitert!
Um trotzdem etwas zu tun, sind wir zu einer alten Goldmine und haben dort eine Führung gemacht und uns im Goldschürfen ausprobiert. Mittlerweile war auch Daniel zu uns gestoßen, der gerade mit Wwoofen fertig war und später mit mir nach Rotorua weiterfahren wollte. Am Abend machten wir uns voller Hoffnung erneut in den Kauaeranga National Park auf, um am nächsten Morgen wieder im Regen aufzuwachen =( Es war nach 4 Tagen Regen einfach nur noch frustrierend und so fuhren wir gegen die Regenwand an in Richtung Süden, wo das Wetter besser sein sollte.

Einen kurzen Stop machten wir in Paeroa um noch schnell die überdimensionale L&P Flasche zu sehen. L&P ist eine sehr beliebte neuseeländische Limo, die wir auch getestet und für gut befunden haben. In Te Aroha haben wir danach verzweifelt nach einem mysteriösen Burgerladen gesucht, der im Lonly Planet beschrieben wurde, aber schon seit Jahren nicht mehr existiert, wie wir erfahren durften.

L&P Limonade
Nahe Matamata verbrachten wir die Nacht auf einem Campingplatz, der sogar ein eigenes Thermalbad hatte. Da konnten wir natürlich nicht wiederstehen! Zudem lagen die Wairere Falls nur 10 Autominuten und eine fliegende Bratpfanne von Daniels Autodach entfernt ;) Der Wasserfall ist im 153 m der höchste der Nordinsel. Einen Aufstieg bis zur Spitze haben wir zwar nicht unternommen, dafür hielt der Aussichtspunkt nach einer 45 minütigen Wanderung diesen Anblick für uns bereit:


Nach diesem Walk trennten sich Theresas und mein Weg. Ich zog aus ihrem Auto aus, um mit Daniel nach Matamata zu fahren. Theresa hingegen schlug die nördliche Richtung ein. Ein Wiedersehen ist aber fest in Plannung, da unsere Zeit zusammen wirklich schön war und wir uns super verstanden haben!

4 Kommentare:

  1. Hey meine Liebe, das ist ja sooo schöööön! Würd mich gern sofort in den Flieger setzen. Kann die neuseeländische Sommerlich in meinem Köpfchen riechen.. Hier ist kein Schnee, dafür Regen und böiger Wind. Außerdem mal wieder Familienerkältung. Määäh!

    Lass es dir gut gehen, Merry Christmas und einen tollen Rutsch ins neue Jahr - als erste von uns ;)
    Freu mich wieder von dir zu lesen. Liebe Grüße, Claudi

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  2. Achso und am Hot Water Beach war ich vor fast 5 Jahren (Gott, solange ist das her..) mit meiner Freundin mal mutterseelenallein. War aber auch schon März.

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  3. Hey Claudi,
    lass dir das deutsche Wetter nicht zu sehr auf's Gemüt schlagen. Ich tanke einfach ein bisschen Sonne für dich mit und schicke sie dir per Post ;)

    Frohe Weihnachten wünsche ich dann auch dir und deiner Familie! Lasst es euch noch gut gehen im "alten" Jahr!

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