Sonntag, 29. März 2015

Back again on the Westcoast & die erneute Flucht Richtung Ostküste

Nachmittags am Strand nahe Karamea
In Westport angekommen, war für uns erst einmal ein bisschen Internetzeit nötig, um alles bzw. alle auf den neusten Stand zu bringen. Vorher genehmigten wir uns zum Mittag aber noch ein leckeres Curry. Eine willkommende Abwechslung zu den sonst üblichen Nudeln! Und da die Technik wieder nur so semi funktionierte, mussten wir uns für die Nacht ein Hostel mit Wifi suchen, um die nächsten Tage ohne schlechtes Gewissen Offline sein zu können.

Digital up to date und mit neuen Essensvorräten, machten wir uns am nächsten Tag entlang des Meeres auf nach Karamea, der nördlichsten Stadt an der Westküste. Ein Dach über dem Kopf bot uns dort der Domain Campground, neben dem Sportplatz der Schule. Obwohl die Anlage nicht zu den neusten gehörte, besaß sie doch irgendwie einen rustikalen Charme. Unser Zimmer war direkt im Gemeinschaftshaus, dass ein großes Wohnzimmer mit TV und sogar Pooltisch besaß, sowie Küche und Bad. Am ersten Abend hatten wir das Haus so ziemlich für uns allein, sodass wir nach einer Runde Pool bei lauter Musik des Regionalsenders kochten und dann einen Mädelsfernsehabend veranstalteten ;)

Voller Bewegungsdrang ging es am nächsten Tag in den Oparara Basin, wo wir uns zwei Arches, also Steinbögen, und eine Cave anschauten. Am Moria Gate Arch wurde auch zufällig eine Bierwerbung gedreht. Ein Gastauftritt war leider nicht drin ;) Aber die Crew konnte einem trotzdem ein bisschen Leid tun, weil sie das ganze Equipment dorthin schaffen mussten. Der nächste Bespaßungspunkt auf der Liste war es einen Aussichtspunkt auf einem Hügel am Beginn des Heaphy Tracks zu erklimmen. Das fiel dann allerdings aus, weil unsere Motivation schon am Strand spielen gegangen war. Also gesellten wir uns einfach dazu.



Zurück in Karamea war dann full house angesagt. Zuerst hatten wir zwei neue bayrische Zimmergenossen und einige neue Camper und später kam auch noch ein Vater mit Baby zu uns ins Zimmer. Der Abend wurde so zu einer Mischung aus Fernsehen, Pool und einigen Gesprächen. Zudem entsprang die Idee David und Christian aus unserem Zimmer mit in Richtung Süden zunehmen, d.h. zu fünft mit Gepäck in einem FunCargo zu reisen!

Dieses Experiment wurde auch gleich am nächsten Tag auf die Probe gestellt und *tädätädä* nach kurzer Zeit saßen wir und unsere Sachen alle in diesem kleinen Auto. Unseren ersten Halt machten wir am Strand in Hector, um nach Delfinen Ausschau zu halten - leider ohne Erfolg. Zur Mittagszeit erreichten wir Westport, wo Theresa und ich nicht umhin konnten, die anderen zum indisch Essen zu überreden, um nochmals ein leckeres Curry schlemmen zu können.

Mit vollem Magen und lauter Musik fuhren wir danach zum Leuchtturm an der Tauranga Bay und die Westküste entlang zu den Pancake Rocks, die anderen hatten diese ja noch nicht gesehen.

Bei den Pancakes angekommen, stellte sich die Frage, wo wir übernachten sollten. Dazu kam von David und Christian ein glorreicher Einfall: Sie hatten von einem Overhang im nahe gelegenden Paparoa National Park gehört, wo man kostenlos zelten kann. Also besuchten wir kurz das DOC und wenig später befand ich mich allein unter Bayern auf einer zweistündigen Wanderung. Und um es mit Caros Worten zu sagen: "Es hätte so schön werden können, aber nein!" Der Weg an sich, entlang des Fox Rivers, war ziemlich easy going, aber wieder einmal mussten wir unzählige Rivercrossings absolvieren. Das ganze natürlich Barfuß, weil der Fluss relativ hoch stand. Jeder spitze Stein rammte sich also voller Schmerz in den Fuß, einfach großartig! Während das den anderen scheinbar kaum etwas ausmachte, sank Caros und meine Laune extrem. Am Ballroom Overhang wartete allerdings schon ein Feuerchen auf uns und zum Abendbrot gabs den Luxus von Nudeln, da die Jungs einen Gaskocher besaßen. Am nächsten Tag ging es dann wieder über und entlang des Flusses zurück (welch Freude) und ein kurzer Abstecher zur Fox River Cave war auch noch drin.  

Das große Packen

Da sind wir auch schon mitten drin statt nur dabei 

David ganz entspannt und lässig beim Rivercrossing ...

... ganz im Gegensatz zu mir 

Unser Camp






Wieder in der Zivilisation, schauten wir uns dann die Pancake Rocks in der Abendsonne an und zogen weiter nach Greymouth.

Moi, Caro, David und der Chrisitan. (Theresa war der Starfotograf)



Auf der Suche nach einem kostenlosen Zeltplatz landeten wir auf dem Nelson Creek Campground, außerhalb von Greymouth in Richtung Lake Brunner. Mit Nudeln und Wein am Lagerfeuer, unter einem klaren Sternenhimmel endete der Abend. Morgens war dann wieder das große Packen angesagt und während wir unsere Sachen in dem Raumwunder von Auto verstauten, schauten unsere Campingnachbarn uns ganz interessiert dabei zu. Die ungläubigen Gesichter als wir davon fuhren, werde ich wohl nie vergessen! In Greymouth verabschiedeten wir uns von den Jungs und checkten im Hostel ein, um endlich mal wieder Wäsche zu waschen. Zudem kochten wir uns etwas leckeres zu essen (mal keine Nudeln) und danach ging es ins Kino, um "50 Shades of Grey" zu schauen =)

Am Sonntag Vormittag trafen wir uns mit Lynn, die Theresa auf den Cook Inseln kennengelernt hatte, auf einen Kaffee. Lynn und Tom wohnen in der Nähe von Greymouth und so wurden wir eingeladen unser Auto und Zelt die kommende Nacht bei ihnen aufzuschlagen, was wir mit Freuden taten. Nachmittags schauten wir noch auf einem Gipsy-Markt vorbei.


         
Abends ließ es Lynn sich dann nicht nehmen uns lecker zu bekochen! Anschließend schauten wir noch "Das Leben der anderen" auf Deutsch mit englischem Untertitel. Schon verrückt, deutsche Filme im neuseeländischen Fernsehen zu sehen.

Am nächsten Tag war der Arthur's Pass unser Ziel, da für die Westküste die nächsten Tage Regen angesagt war. Bevor es los ging gab es noch ein Porridge, welches Lynn lieberweise für uns vorbereitet hatte. Back on the Road setzte auch schon der Regen ein, was der Landschaft den Pass entlang allerdings nichts an seiner Schönheit nahm.


Uschi, Conradi (Helfende Hand) und ich, Francesca



Ein langer Tag im Auto endete für uns auf einem netten DOC Campingplatz in Oxford, mit Sicht auf einige Felder, die so typisch für die Region Canterbury sind. Eine ähnliche Landschaft begleitete uns auf dem Weg nach Methven und vorbei am Pudding Hill nach Mount Somers. Dort wollten wir eigentlich Wandern, aber als wir morgens erwachten, war das Wetter grau und so die Lust nicht mehr wirklich vorhanden. Karten spielend verbrachten wir den Vormittag im Auto und fuhren dann weiter nach Geraldine, wo wir uns in einem Holiday Park einmieteten. Zum Abendbrot gab es eher nicht so gute Pizza in der lokalen Sportsbar, inklusive unfreundlichem Personal.

Am nächsten Tag war wieder einmal Internet in der Library angesagt, ich musste schließlich endlich meinen Steuerrückerstattungsantrag machen. Ja, die Bürokratie lässt einen auch hier nicht in Ruhe. Als alle fertig waren, machten wir uns auf zum Peel Forest um den Big Tree Walk zu machen, auf dem wir Scharren von Kinder begegneten. Ziel war ein Totara Baum mit 9 m Umfang, der über 1000 Jahre alt ist. Nach einem kurzen Lunch wanderten wir noch zu den Emily Falls, wobei wieder ein Rivercrossing anstand. Nach unserer letzten Tour war das allerdings eher Kindergarten ;)


Emily Falls
Durch die Bewegung wieder körperlich ausgelastet, wartete der Inland Route folgend der Lake Tekapo auf uns. Zuerst waren wir schon voll begeistert, als wir die schneebedeckten Gipfel der Southern Alps auf unserer Fahrt vor uns sahen. Als wir dann aber unseren ersten Blick auf den Lake erhaschten war es einfach nur WAU! Das Wasser war so intensiv türkisblau und dann die Berge im Hintergrund, ein Foto kann diesen Anblick gar nicht wiedergeben! Die Farbe wird übrigens durch Gesteinpartikel erzeugt, die bei der Seeentstehung abgeschmirgelt wurden. Im Holiday Park direkt am Seeufer verbrachten wir eine stürmische und regnerische Nacht, in der ich oft dachte, mein Zelt bricht gleich über mir zusammen. Aber Tenty blieb standfest!

Lake Tekapo

Der beginn der stürmischen Nacht


Aufgrund des Wetters fiel auch hier eine Wanderung aus. So fuhren wir zum Frühstück nur noch zu Lake Alexandrina und zogen weiter zum Lake Pukaki, der mit seiner eisblauen Farbe nicht weniger beeindruckend war. 

Lake Pukaki


Da das schlechte Wetter uns verfolgte, machten wir uns nach einem kurzen Halt in Twizel auf nach Wanaka, durch eine Landschaft, die an amerikanische Highways erinnerte. 





In Wanaka erwartete uns Sonnenschein und bevor es auf den Campingplatz ging, schlenderten wir ein bisschen durch die Geschäfte der Stadt. Am nächsten Tag stand Puzzling World auf Theresas und meiner To Do-Liste. Dort sahen wir eine Vielzahl an Illusionen, ein schräges Haus sowie ein echtes Labyrinth aus Holz, durch das wir uns ca. 1 Stunde kämpften. Insgesamt eine nette Nachmittagsbespaßung. 






Caro buchte während dessen ihren Bus nach Queenstown. Um ihren Abschied angemessen zu zelebrieren verbrachten wir die letzte gemeinsame Nacht bei Nudeln und Kartenspielen in einem Hostel, was gar nicht so leicht war, da die meisten keine freien Betten mehr hatten. Am nächsten Morgen hieß es dann Bye Bye und Theresa und ich zogen alleine weiter.

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