Montag, 23. Februar 2015

South Island here we come!

Fähre zur Südinsel



Als sich der Job in Napier nach 3 Wochen dem Ende näherte, zog es mich weiter, sodass ich mich auf den Weg nach Wellington machte. Wellington nennt sich selbst die coolste kleine Hauptstadt der Welt und joar, die Stadt ist schon ziemlich nice! Auf jeden Fall viel besser als Auckland. Die Atmosphäre ist entspannt, der Hafen schön angelegt, es gibt viel Kulturelles zu entdecken sowie das übliche alternativ Szeneviertel.

Nachdem ich Sonntag Mittag im Downtown Backpackers mit Hotelfeeling eingecheckt hatte, galt es zunächst einmal die Stadt zu erkunden und den nächsten Supermarkt ausfindig zu machen. Nach 4 Wochen im Wallys war es irgendwie komisch mal wieder allein unterwegs zu sein. Das Gefühl dauerte allerdings nicht lange an, da ich am Abend einen Franzosen und eine Deutsche kennenlernte und wir zusammen zum Mount Victoria gefahren sind, der einen großartigen Blick über Wellington bietet. Untypischer Weise wehte auch nur ein laues Lüftchen, obwohl Wellington eigentlich für stetigen und teilweise sehr heftigen Wind bekannt ist.

Blick vom Mount Victoria
Am nächsten Tag ging es für mich in den Botanischen Garten hinauf per Cable Car, das auch eine kleine Attraktion der Stadt ist. Die Gärten an sich waren ganz nett, aber nicht wirklich spektakulär. Auf dem Rückweg zum Hostel bin ich noch am Parlamentsgebäude vorbei, eine Führung hielt ich nicht für nötig.
Da zu meiner Zeit in Wellington das Motto "Summer in the city" voll und ganz passte, war nach dem Lunch erstmal Siesta angesagt. Danach entdeckte ich meinen Lieblingsplatz in der Stadt: die Holzbrücke mit kreativen Sitz-/Liegegelegenheiten. Nahe der Uni hatte ich WiFi, konnte auf den Hafen und das Meer schauen oder einfach Leute gucken, die stets wechselten. Perfekt also um ganz gechillt die letzten Sonnenstrahlen des Tages zu genießen =)

Cable Car

Mein Lieblingplatz
Für Dienstag stand dann das Te Papa auf dem Plan, das Nationalmuseum von Neuseeland. So ein bisschen Kultur muss ja auch sein. Ein bisschen ist hier allerdings eher die Untertreibung des Jahrhunderts, da ich ganze 4 Stunden oder mehr dort drin war! Das Te Papa Tongarewa besitzt 6 Ebenen prall gefüllt mit neuseeländischer Kultur von Maori-Artefakten über die Erdbeben- und Naturkundeabteilung bis hin zur neueren Geschichte und moderner Kunst. Die Übersetzung des Namens als Schatzkiste ist also mehr als zutreffend! Nach diesem Informationsflash war erstmal ein wenig Entspannung nötig, um alles zu verarbeiten. Also holte ich mir einen Take Away auf der Cuba Street und gesellte mich zu anderen Backpackern auf den Balkon. Unter ihnen befand sich auch Captain Jack Sparrow, warum der Schotte das Kostüm trug, blieb unklar x)

Da ich nach 2 1/2 Tages alle für mich interessanten Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten, die billig oder for free sind, unternommen hatte, war mein Ziel am letzten Tag die Cuba Street. Die Straße wird gesäumt von coolen Läden, leckeren Restaurants, kleinen Bookshops und total tollen Secoundhandläden. Die typische alternativ 'In' Staße also, wie sie fast jede Großstadt in irgendeiner Form besitzt. In einigen Läden war ich gefühlt eine Ewigkeit, da es so schöne Sachen gab, aber mein jetzt schon viel zu voller Rucksack hält mich meist von zu viel Shopping ab, was einerseits ganz gut ist.


Nachmittags habe ich mich dann mit Patrick, aus dem Workinghostel, und Immo, mit dem er gerade unterwegs war, getroffen. Zusammen verbrachten wir noch die letzten Stunden auf der Nordinsel, um am nächsten Tag gemeinsam die Fähre zur Südinsel zunehmen. Die Fahrt dauerte ungefähr 3 1/2 bis 4 Stunden und brachte Immo den neuen Namen als "Der Captain". Um nach Picton, das Tor zur Südinsel, zu gelangen, durchquerten wir die Marlborough Sounds und bestaunten dessen Fjorde, Bergkämme und Strände. Picton liegt im Inneren des bekannten Queen Charlotte Sounds, mit dem viel bewanderten Queen Charlotte Track. Da wir die Sounds jedoch von der Fähre aus gesehen hatten, schien eine weitere Wanderung nicht notwendig.



Nach einem kurzen Abstecher zur i-site mussten wir jedoch feststellen, dass es in Picton nicht wirklich viel zu machen gibt. Also sprangen wir in Immos Auto und fuhren über den Queen Charlotte Drive, mit schöner Aussicht auf die Sounds, nach Nelson. Dort residierten wir 2 Nächte im "Palace", einem gechillten Backpacker mit Hippieflair. Ein kurzer Spaziergang durch die Stadt war am nächsten Tag auch drin, bevor wir eine recht unspektakuläre Wanderung unternahmen, die wir nach der Hälfte abbrachen.

Straßenkünstler in Nelson
Blick auf Nelson bei unserer Wanderung

Dann sollte es eigentlich zum Abel Tasman gehen, aber leider machte uns das regnerische Wetter einen Strich durch die Rechnung. Daher beschlossen wir kurzer Hand weiter Richtung Norden zu Fahren, um vielleicht am nächsten Tag von Totaranui aus zu wandern. Unterwegs schauten wir uns noch das Harwood's Hole an, welches der größte Einsturztrichter im Karst des Landes ist. Nun ja, der Bushwalk war ganz nett. Um zum Loch zu gelangen mussten wir einmal quer durch das Luminate Festival fahren - haben wir das also auch noch gesehen ;) 

Blick aus dem Hole 
Der Captain auf dem Lookout

Abends schlugen wir dann unser neu erworbenes Warehouse-Zelt auf, dass gleich mal seine Regentauglichkeit unter Beweis stellen musste und den Test super bestand!
Am nächsten Morgen erwachten wir wieder bei Regen und traten die Flucht nach vorn, bzw. in diesem Fall zur Westküste an. Einige Autostunden führten uns nach Westport. Unterwegs mussten wir Immos Auto zweimal anschieben (natürlich bei schüttendem Regen). Letzlich konnten ein netter Tankstellenmann das Batterieproblem beheben. Unsere Laune war also nicht gerade auf dem Hochpunkt. Nur die Kängeruchroniken konnten an diesem Tag noch ein Lächeln in unser Gesicht zaubern.

In Westport war für mich und Patrick erstmal ein Wasch- und Plantag angesagt, während Immo eine machte. Bei besserem Wetter zogen wir am nächsten Morgen weiter nach Greymouth. Auf dem Weg dort hin unternahmen wir noch einen Abstecher zur Tauranga Bay mit dessen Seal Kolonie. Dort habe ich zum ersten mal Robben in Neuseeland gesehen und die waren echt mega putzig! Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu fotografieren!


Weiter ging es zu den Pancake Rocks, also Steinklippen, die ausschauen wie geschichtete Pfannkuchen. Das ganze war auch recht nice, aber irgendwie hatte ich mir das beeindruckender vorgestellt.



In Greymouth hat Immo Patrick und mich aus dem Auto "geworfen" und ist weiter gezogen. Zwei Tage verbrachten wir dort zwar bei Regen und Kälte, aber in einem netten Hostel. In einer kurzen Regenpause haben wir uns sogar auf die Hostelfahrräder geschwungen, um an der Küste entlang zu düsen. Erneute Schauer ließen diese Aktion jedoch schnell und nass enden. Vom schlechten Wetter leicht deprimiert sind wir mit dem Tranzalpine Zug rüber nach Christchurch. Auch wenn die Fahrt nicht billig war, so war die Landschaft die an uns vorbei zog unbeschreiblich schön und beeindruckend!













Angekommen mussten wir ganz dekadent ins Taxi springen, um es rechtzeitig zum Check-In im Hostel zu schaffen! Wir hatten auch eigentlich keine andere Wahl, weil Christchurch vollkommen ausgebucht schien, sodass wir glücklich sein konnten überhaupt noch ein einigermaßen billiges Hostel zu finden.
Unerwartet habe ich am nächsten Tag in der Stadt Kerstin aus Paiha wieder getroffen, die kurz vor ihrem Heimflug war. Zu dritt schlenderten wir ein wenig durch die Stadt und den Botanischen Garten. Es war echt interessant zu sehen, wie zerfallen Christchurch zum Teil noch vom Erdbeben ist. Ein bisschen deprimierent war das ganze aber auch. Dennoch machen die Menschen dort das beste aus der Situation. So fühlte man das Feeling der Earthquake City nur kaum, als wir auf einigen Sonntagsmärkten in und außerhalb der Innenstadt waren. Ganz lässig haben wir auch den Sonntag bei einem kleinen Open-Air Konzert im Park verbracht.


Das neue Shoppingcenter aus Containern



Die Kerstin und ich
Nach Christchurch ging es für mich nach Kaikoura, während Patrick auf Autosuche ging. Irgendwie brauchte ich auch einfach mal wieder ein paar Tage für mich. In Kaikoura unternahm ich einen kleinen Walk zur nächsten Seal Kolonie =) Unterwegs traf ich einen netten Franzosen, der mich begleitete. An die Robben konnte man dieses Mal richtig nahe heran gehen. Wie ich gelernt habe, darf man sich aber nie zwischen sie und das Meer stellen! Auch erklärten uns Einheimische auf einem Lookout, wie man einen herein kommenden Sturm auf dem Meer ablesen kann. Kurz vor Regenbeginn war ich dann passender Weise im Hostel =) Am Abend und nächsten Tag war Entspannung angesagt. Mit einer Dänin aus meinem Zimmer ging es noch zum Beach und ein wenig in den Läden auf Souvenirsuche.



Am nächsten Morgen hieß es wieder einmal auschecken und zum Bus, wo ich lustiger Weise einen Reisenden aus dem Hostel in Coromandel Town wieder getroffen habe. Ironie des Schicksals, da ich mich am gleichen Tag noch mit Theresa in Motueka treffen wollt.

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