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| Mein neuer Arbeitsplatz |
Nach Weihnachten habe ich mich nach Napier aufgemacht, um dort endlich ernsthaft nach einem Job zu suchen. Eingemietet hatte ich mich dafür im Wallys, einem Working Hostel, dessen Besitzer mit Hilfe bei der Arbeitssuche wirbt.
Da ich kurz vor Silvester dort an kam und über den Jahreswechsel auch hier Holidays sind, hieß es warten auf das neue Jahr, um einen Job zu finden. Eigentlich war das auch gar nicht so schlecht, denn dadurch konnte ich erstmal die Leute im Hostel ein bisschen kennenlernen.
Mein erster Eindruck war allerdings eher von zurückhaltender Begeisterung. Als ich abends dort aufschlug, saßen so ziemlich alle schon betrunken am Tisch und ich kam leicht fertig sowie nüchtern dort an und dachte mir: mh, ob das hier so was für dich ist? Aber am nächsten Tag sah dann schon alles viel besser aus. Nachdem ich Napier ein bisschen erkundigt hatte, fand ich die Stadt recht schön, um dort länger zu bleiben.
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| Pania of the Reef an der Marine Parade |
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| Überall in Napir sind Zitate an Hauswänden o.ä. versteckt |
Abends gesellte ich mich dann mit an den Tisch und wurde letztlich doch schnell in die "Hostelfamilie" aufgenommen. Interessant war wirklich wie viele unterschiedliche Charaktere hier zusammen lebten, ohne das es großartig Streit gab. Im Schnitt lebten immer so zwischen 30 und 50 Leute im Wallys, manche schon seit Monaten, andere nur für einige Wochen. Der Großteil waren natürlich wie immer Deutsche und die meisten jünger als ich, aber das war ja jetzt auch nichts neues mehr. Viele der Leute sind mir in den 4 Wochen in Napier auch irgendwie ans Herz gewachsen, allein schon weil man täglich zusammen ist und so auch die Menschen näher kennenlernen kann, was beim normalen Reisen oft einfach nicht möglich ist.
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| Das Wallys, mein Zuhause für 4 Wochen! |
Während meiner Zeit in Napier habe ich zum Beispiel viel mit den drei Hamburgern Pauline, Lennart und Raffael gemacht. So auch meinen ersten Ausflug an den Wasserfall und Ocean Beach, bei dem wir auf der Rückfahrt nur hofften, dass uns das Benzin nicht ausgeht! Begleitet wuden wir noch von Alex und Jannik, mit denen ich später in einem Team zusammen arbeitete.
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| Der Wasserfall von dem auch einige gesprungen sind |
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| Ocean Beach: Lennart überwacht den Strand ;) |
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| Der Ocean Beach ist auch ein guter Surfspot |
Allgemein hieß es ziemlich oft 'Let's go to the beach, each. Let's go get away' ;) In Napier direkt gab es leider nur einen Steinstrand an dem Schwimmen verboten war, aber dennoch veranstalteten wir von Zeit zu Zeit ein kleines Bonfire dort. An meinem letzten Wochenende in Napier gings noch mit ein paar Mädels zum Sandy Beach um uns in die Wellen zu werfen und die Sonne zu genießen. Die Hawkes Bay ist nicht umsonst für ihr gutes Wetter bekannt! Als es dann aber ans Arbeiten ging, gab es schon öfter den Wunsch nach Regen, weil wir dann nicht arbeiten mussten ;)
Und bevor hier wieder nur der Eindruck von Urlaub entsteht, komme ich mal zum Thema Arbeit. Am 5. Januar kam Glen, ein Contractor für die umliegende Gegend und hat so ziemlich dem ganzen Hostel einen Job verschafft. Unsere Aufgabe war Kiwithinning, d.h. wir mussten die Kiwibäume nach zu kleinen Kiwis systematisch absuchen und diese dann pflücken, damit die größeren Kiwis besser wachsen können. Und ja, die Arbeit ist genauso spannend wie sie klingt - zutiefst langweilig! Da man 9 Stunden nur auf Kiwis starrt, denke ich, geht dabei auch einiges an Gehirnleistung verloren, sodass wir am Ende des Tages alle ein bisschen 'Matsch im Kopf' waren. Aber: another day, another dollar - zum Geld verdienen waren wir schließlich alle nach Napier gekommen. Jeden morgen, außer Sonntags oder an Regentagen, machten wir uns also um 7.00 Uhr auf, oder später wenn es nach Regen aussah, um auf dem Orchard zu fahren und voll motiviert unser Tageswerk zu verrichten. Während der 9 Stunden Arbeitszeit gab es 2 kurze Smokos sowie eine längere Lunchtime, die wir immer alle herbei sehnten! Mein Team bestannt aus Theresa und Steffi, mit deren Auto wir immer zur Arbeit fuhren, Alex und Jannik, 'The Italians' Mathia und Franchesca sowie Moritz, der später aber von unserem Supervisor aus dem Team geworfen wurde.
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| The Italians ;) |
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| Jannik |
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| Lennart mit fachmännischen Blick |
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| Raffael in der Lunchtime |
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| Pauline, mein tägliches Lunchdate |
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| Alex hart am Arbeiten! |
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| Und da war schon wieder eine kleine Kiwi! |
Unser Supervisor war zum Anfang kein sonderlich netter Mensch! An unserem 1. Tag hat er uns ca. 7 Mal gedroht, wir werden eh gefeuert, wenn wir so weiter machen etc. Dabei hat jeder von uns versucht ordentlich und gut zu arbeiten, aber es war eben unser erster Tag. Da gingen halt auch einige zu große Kiwis zu Boden. Mit der Zeit wurde er aber erträglicher und teilweise sogar nett. In den ersten Tagen folgten aber dennoch einige verbale Ausfälle seinerseits gegenüber einzelnen aus dem Team, was dazu führte das sie sich beim 'Super-Supervisor' beschwerten (zu recht). Dieser entschuldigte sich auch für das Verhalten und wir erfuhren, dass wir nicht die Einzigen waren, die so ihre Problemchen mit ihm hatten. Letztlich hat dann jeder einen Weg gefunden, mit unserem Supervisor umzugehen und die Teams wurden neu gemischt, sodass alle die er nicht mochte woanders waren. In der letzten Woche gab es für uns außerdem einen neuen Supervisor, weil sie unseren alten anscheinend gefeurt hatten - naja ganz ehrlich, nicht mein Problem. Der neue war recht nett, aber irgendwie war das dann auch egal.
Um der Eintönigkeit unserer Arbeit zu entkommen, entwickelten sich verschiedene Strategien auf dem Orchard: neben Musik hören und kurzen Kiwischlachten stand das Spiel 'Who am I?' sowie das lösen von Rätseln ganz oben auf der Liste. Auch führte die geistige Unterforderung zu kreativen Ausbrüchen. So verfasste Pauline eine Kiwi-Version des Gedichts "Der Panther" von Rilke und ich dichtete einen Bob Marley Song neu: "I shot the Kiwi but I didn't shot the supervisor...". Reggaemusik empfiehlt sich übrigens sehr für diese Arbeit, weil alle unter ihren Kiwibäumen in slowmotion wandern und die Kiwis bewundern, sodass es ausschaut, als wären alle auf Drogen und total stoned. Zudem entsprang die Idee eines Kiwithinning-Films á la Andy Warholds "Sleep" sowie eines Wallys-Kiwithinning-Echtzeitgames. Dabei erfuhr ich auch, dass das Wallys früher einmal ein Irrenhaus war - nun ja, in wie weit der Vergleich heute noch gezogen werden kann, mag jeder selbst für sich entscheiden ;) Auch wurden wir sprachlich kreativ, so entstanden Wortschöpfungen wie döken oder birding. Aber das nur am Rande.
Als alle Arbeit hatten, war das Hostelleben auch eher ruhig. Kulinarisch gab es allerdings einige Höhepunkte. Pauline und Moritz erfanden z.B. das sweet sushi, Patrick machte Spätzle selbst, dann war mal Pancake Party und ich durfte die Backpacker Version der ultimativen Gemüsepizza verkosten.
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| Real Fruit Blueberry Ice Cream |
Ansonsten habe ich mit Pauline noch ein paar 'normale' Dinge unternommen. Wir waren im Kino und Schwimmbad und haben uns einen Abend in unsere Kleider geworfen, uns einen Cocktail gegönnt und uns ziemlich overdressed gefühlt.
Ja, das Nachtleben in Napier bestand so ziemlich aus einem Pub und der wöchentlichen Backpackerparty. Abwechslung brachten einige Hostelpartys anlässlich Geburtstagen u.ä. So veranstalteten wir für Pontus auch ein kleines roommate birthday sit-in.
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| My roommates: Pontus, Minus, ich, Theresa und Amarita |
Silvester glich im großen und ganzen dem Nightlife von Napier. Zu erst wurde im Hostel ein bisschen getrunken und dann gings zum Beach um dort das Feuerwerk zu bestaunen. Leider ging das Spektakel dann nur 10 Minuten und innerhalb der nächsten 10 Minuten waren auch sämtliche Menschen wieder irgendwohin verschwunden. Ziemlich skurril im Vergleich zum deutschen Silvester!
Das Abendlicht hast du ganz traumhaft eingefangen!!!
AntwortenLöschenDanke =) Hatte dafür auch die Spiegelreflex von Pauline.
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